Lebenslauf
A.E. Johann
In der Welt zu Hause
Die Originalgeburtsurkunde wurde am 23. März 2012 in Bromberg kopiert.

Teil I
Alfred Ernst Johann Wollschläger, genannt A.E. Johann, wurde am 03. September 1901 in Bromberg geboren. Als seine eigentliche Heimatstadt betrachtet er jedoch Preußisch-Friedland in Westpreußen, wo er aufgewachsen ist. Sein Vater Ernst Philipp Wollschläger war preußischer Beamter der mittleren Laufbahn (Postassistent / Postsekretär) und kam aus einer Familie altpreußischer Bauern und Handwerker; seine Mutter Maria, geb. Fischer, stammte von Bauern und Schäfern ab.

 

Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Bromberg studierte A.E. Johann in Berlin Theologie, Geographie und Soziologie. Anschließend absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Buch- und Wirtschaftsprüfer.

Schon früh überfiel ihn die Reiselust und er gab plötzlich seinen Beruf auf.

Durch Vermittlung des Journalisten Hans Zehrer lernte A.E. Johann Georg Bernhard, den Chefredakteur der hochangesehenen "Vossischen Zeitung", die auch liebenswürdig "Tante Voss" genannt wurde, kennen. Der von Komplexen offenbar nicht beschwerte Jüngling erklärte dem berühmten Mann kurz und bündig, er gedenke nach Kanada zu reisen. A.E. Johann hatte erfahren, dass es den vielen Deutschen, hauptsächlich Landwirten aus Pommern, Posen, West- und Ostpreußen, die nach dem 1. Weltkrieg ausgewandert waren, reichlich schlecht ging. Die Preußische Staatsregierung hatte sogar ihren Minister Koch-Weser nach Übersee geschickt, um sich über die Verhältnisse berichten zu lassen.

Georg Bernhard ließ den jungen Mann reisen und vereinbarte:

Sie kriegen 200 Reichsmark für jeden Artikel, den sie uns schicken und den wir drucken. Überdies wurde vereinbart, dass der noch völlig unerprobte Reporter keinen Pfennig Honorar nachgeschickt bekam. Er sollte unter den gleichen kargen Bedingungen sich in Kanada durchzusetzen versuchen, wie die vielen anderen mittellosen Auswanderer der damaligen Zeit.

Im Frühjahr 1927 kam A.E. Johann im Westen Kanadas an und mußte feststellen, dass er genau noch siebzehn und einen halben Dollar hatte.

Viele Wochen verbrachte A.E. Johann in einem Holzfällerlager an der Südgrenze von Alaska von wo er regelmäßig seine Berichte nach Berlin schickte. Bereits im ersten Jahr erschienen über 50 Reiseberichte.

Als er nach Berlin zurückgekehrt war, schlug ihm der Ullstein Verlag vor, aus seinen anschaulichen Berichten ein Buch zu machen. 1928 erschien das Buch "Mit 20 Dollar in den Wilden Westen" und hatte bereits im ersten Jahr eine Auflage von über 150.000 Exemplaren.

Seine nächste Weltreise führt A.E. Johann in den Jahren 1928/29 u.a. nach Sibirien, Japan, China und Singapore. Als er in Deutschland zurück war, stellte er fest, dass er 40.000 Kilometer gereist war und so heißt sein nächstes Buch " 40.000 Kilometer! Eine Jagd auf Menschen und Dinge rund um Asien".

Von seiner eignen Biographie verrät A.E. Johann in der "Radmacher-Trilogie" (auch "Die Schaukel der sieben Jahrzehnte" genannt) mit den Bänden "Im Strom", "Das Ahornblatt" und "Aus dem Dornbusch".

Zu den Büchern mit den größten Auflagen gehören die Romane "Schneesturm", "Weiße Sonne" und "Steppenwind". Diese Triologie ist auch unter dem Titel "Der Wind der Freiheit" bekannt. Die Bücher erschienen 1950/51 im Bertelsmann Verlag. Seit Frühjahr 2000 ist eine Zusammenfassung der Trilogie, zu einem Band, mit dem Titel "Wind der Freiheit" im Weltbild Verlag neu aufgelegt.

Anfang der siebziger Jahre machte sich A.E. Johann an ein monumentales Werk, für das er schon Jahrzehnte Material gesammelt hatte. Es geht um einen großen historischen Roman aus dem 18. Jahrhundert -um nichts Geringeres als um das Epos von der Erschließung Kanadas durch europäische, besonders französische, englische und deutsche Einwanderer. Um sich dieser Aufgabe gewachsen zu zeigen, mußte A.E. Johann ein umfangreiches Quellenstudium betreiben.

Diese Trilogie "Aus der Frühe Kanadas", wie sich die drei Bände ("Ans dunkle Ufer", "Wälder jenseits der Wälder" und "Hinter den Bergen das Meer") im Untertitel nennen, hat über 1.500 Druckseiten. Nur ein Autor wie A.E. Johann, der in vielen Jahren die Landschaften Kanadas, seine Seen und Ströme, die Rocky Mountains, wie die Küsten des stillen Ozeans, durchforscht hat, konnte das herrliche Land so eindringlich schildern. Mit der Gewissenhaftigkeit eines Historikers und der Phantasie des geborenen Erzählers entwirft er das Gemälde einer erstaunlichen Epoche, über deren fast übermenschlich anmutende Pionierleistungen sogar in Kanada selbst noch immer viel zu wenig bekannt ist.

A.E. Johann hat über 80 Buchmanuskripte verfasst, unzählige Artikel in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht (u.a. in der Wochenzeitung DIE ZEIT, Westermanns Monatsheften, Merian Heften, BERTELSMANN drei etc).

Es finden sich in den Büchern A.E. Johann's aus früher Zeit viele Betrachtungen, die, wie heute zu erkennen ist, einen erstaunlichen Sinn für politische und wirtschaftliche Entwicklungstendenzen verraten.

Am 08. Oktober 1996 starb A.E. Johann in Oerrel/Lünebuerger Heide. In seinem Nachlaß sind fünf nicht veröffentlichte Manuskripte mit den Arbeitstiteln "Wir im Spiegel", "Frauen", "Wohin Verena", "Die Reisen nach anderswo" , "Die Affen nehmen überhand" und "Die Schuld der Männer und der Tropenströme".

Quellen:
Wolfgang Lohmeyer, München
Auszüge aus div. Schriftverkehr
Div. Verlagsangaben
Rudi Zülch, Knüllwald

 

Teil 2

Anmerkungen zu einem Internetartikel
Im Internet wird in einem Artikel behauptet, daß A.E. Johann bis
1945 nicht Alfred mit Vornamen, sondern Adolf hieß.
Dies ist falsch!!!
Neben der o.a. Kopie der Originalgeburtsurkunde liegt mir eine amtlich beglaubigte Kopie vor.
Ferner Geburtsschein und Trauschein der Eltern und
eine Bescheinigung des Polizeipräsidenten in Berlin vom 14. April 1939
(s.unten).
Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass A.E. Johann Anfanges
der 30-iger Jahre Redakteur der Zeitschrift "Die Koralle" war.
Diese Angaben kann man aus dem Impressum der Zeitschriften
entnehmen.
Dort steht: Schriftleiter Alfred Wollschläger und nicht Adolf (s.unten).